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Thurgauer Immobilienmarkt stagniert auf hohem Niveau Die Nachfrage nach Immobilien im Thurgau entwickelte sich bis zum Sommer ungebrochen. Nach einem starken Jahresstart stagnieren Verkaufsaktivitäten und Bautätigkeit auf hohem Niveau. Der Markt dürfte langsam aber sicher den Zenit erreicht haben. Das Jahr 2007 brachte eine ausserordentlich intensive Entwicklung in der Immobilienbranche mit sich. Im Gegensatz zu früheren Jahren war der Winter gar keine ruhige Zeit. Die Kauflust hat sogar zugenommen und das vermittelte Immobilien-Volumen ist seit Jahresbeginn kontinuierlich gestiegen. Das hat einen guten Grund: Für Eigentümer von Liegenschaften, die in den Hochpreisjahren um 1990 gekauft wurden, kam Anfang Jahr ein günstiger Zeitpunkt zum Verkaufen. Etwas mehr Geduld gefragt Die Euphorie im Frühling hat dazu geführt, dass im Sommer die Temperaturen auf dem Liegenschaftsmarkt nicht noch weiter gestiegen sind. Der Höhepunkt dürfte langsam aber sicher erreicht sein. Eher abkühlen dürfte sich der Markt bei Einfamilienhäusern: Die rege Bautätigkeit und die zunehmenden Zinskosten werden die Nachfrage nach Familienhäusern klar dämpfen. Die Nachfrage nach neuen Eigentumswohnungen hält weiterhin an. Viele finanzkräftige ältere Leute möchten im Alter eine Wohnung auf einer Etage, möglichst im Zentrum. Ebenso hält das Interesse von Personen, welche ein gutes Einkommen, aber keine Kinder haben, weiterhin an. Auch hier ist eine zentrale Lage mit guter Verkehrsanbindung von Vorteil. Solche Wohnungen für hohe Ansprüche müssen noch neu gebaut werden. Indes: Nicht alle Liegenschaften wechseln die Besitzerschaft schnell, weshalb auch ein gewisser natürlicher Leerbestand zu verzeichnen ist. Viele suchende Familien haben sich auf den Schulanfang im August festgelegt und bereits ein neues Heim gefunden. Wer sich überlegt, seine Liegenschaft zu verkaufen, muss sich heute deshalb etwas länger gedulden als noch zu Beginn des Jahres. Zentren privilegiert Der Trend bei der Suche nach Wohneigentum ist klar ersichtlich: Liegenschaften mit Zentrums- oder Aussichtslage sind privilegiert. Bevorzugt werden die "Zürcher Achse" (Region Frauenfeld und Hinterthurgau), die "St. Galler Achse" (Region Arbon) sowie die "Konstanzer Achse" (Region Kreuzlingen/Untersee). Weil kaufkräftige, potenzielle Zuzüger aus diesen angrenzenden Regionen bereit sind, höhere Preise für eine schöne Wohnlage zu bezahlen, stellen wir gerade in Zentrums- und Aussichtslagen stärker steigende Preise fest. Diese Tendenz wird sich zwar fortsetzen, aber das Niveau der Zürcher Liegenschaftspreise wird in absehbarer Zeit nicht erreicht werden. Hohe Eigentumsquote Dass sich der Liegenschaftsmarkt für Wohneigentum auf einem hohen Niveau bewegt, belegen auch die Zahlen der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau beziehungsweise des Bundesamtes für Statistik: Die Eigentumsquote ist von 38,6 Prozent im Jahr 1990 auf 43,3 Prozent im Jahr 2000 (Quelle: Volkszählung) gestiegen. Aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Allerdings dürfte die Thurgauer Quote auch heute weiterhin über dem aktuellen Schweizer Wert liegen. Die Thurgauer Eigentumsquote nähert sich also in grossen Schritten der 50-Prozent-Marke. Dies bedeutet eine grössere Nachfrage sowie mehr Transaktionen. Positiver Nebeneffekt für den Kanton: steigende Grundstückgewinnsteuern und steigende Handänderungssteuern. Ihr Werner Fleischmann
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