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07.12.2018

Viel gelernt und gestärkt aus der Immobilienkrise hervorgegangen

«Es war nicht alles planbar und vieles ist anders gekommen als gedacht» sagt Werner Fleischmann zu den Anfängen seiner erfolgreichen Immobilienfirma, die er 1989 gründete. Die Zeit damals war eine bewegte, und 30 Jahre später sind Parallelen erkennbar.

Fleischmann Immobilien profitiert von den früheren Erfahrungen in der Immobilienkrise der 1990er-Jahre. Damals war es besonders wichtig, vertrauensvoll zusammenarbeiten zu können und die Interessen von Liegenschaftsbesitzern, Banken und Unternehmern zu wahren – eine Herkulesaufgabe, die auch mit schmerzhaften wirtschaftlichen Einschnitten verbunden war. Was damals vor und nach dem Platzen der Immobilienblase entscheidend war und welches die Parallelen zum heutigen Immobilienboom sind, beleuchten zwei seiner Wegbegleiter und Geschäftspartner während 30 Jahren: René Bock, Unternehmer und heutiger Präsident des Bankrates der Thurgauer Kantonalbank (TKB), und Weinfeldens Gemeindepräsident Max Vögeli blicken zusammen mit Werner Fleischmann zurück.

Intensive Zusammenarbeit

Die Gründung von Fleischmann Immobilien fiel in die Zeit des Wirtschaftsbooms und der explodierenden Liegenschaftspreise. Werner Fleischmann erinnert sich, dass man damals Anfang der Neunziger-Jahre kaum zu Bauland gekommen sei. Der Markt sei völlig ausgetrocknet gewesen, sagt René Bock, der damals – kurz nach seinem Rechtsstudium – bei der Thurgauer Kantonalbank die Spezialfinanzierungen übernahm und dann Kommerzleiter der Gesamtbank wurde. Die Zusammenarbeit der beiden in dieser Zeit war intensiv, erinnert sich Bock: «Für viele Hauseigentümer und Handwerker wurde es gefährlich. Wir mussten reihenweise Häuser und Wohnungen auf den Markt bringen, die von den Eigentümern nicht mehr getragen werden konnten.» Kleinere und mittlere Unternehmen begannen in die Insolvenz zu schlingern, wobei meistens Liegenschaften im Spiel waren. Fleischmann und Bock waren gefragt.

Teile des Vermögens verloren

Und auch Max Vögeli als damaliger Grundbuchverwalter Weinfeldens war gefordert: «Der Wert von Renditeliegenschaften halbierte sich, und Liegenschaften mussten versteigert werden. Es war zudem die Zeit des Bankensterbens. Das war natürlich auch auf dem Grundbuchamt spürbar. In Erinnerung bleibt mir das Bild mit den Menschen, die vor der Bank Schlange stehen mussten und nicht an ihr Geld kamen. Nicht wenige haben einen Teil ihres Vermögens verloren.»
Die Immobilienkrise hatte tragische Konsequenzen. Deshalb habe man sich immer klar auf die eigenen Kernkompetenzen fokussiert und die Regeln der Unternehmensführung hoch gehalten, sagt René Bock. Die Herausforderung, habe darin bestanden, «ein komplexes Thema auf den Kern zu reduzieren.» Dabei hätten sich er und Fleischmann «blind verstanden. Das ist enorm wichtig in solchen Situationen.» Es verwundere deshalb nicht, dass Fleischmann Immobilien auch heute noch ein wichtiger Partner der TKB im Immobilienbereich sei.

Aus der Krise gelernt

Bock ist überzeugt, dass die Banken aus der Immobilienkrise der 1990-Jahre gelernt haben. Der kompakte Wirtschaftsraum im Thurgau und die guten langjährigen Beziehungen hätten geholfen, gute Arbeit zu leisten. Tragfähige Beziehungen sind aber nach wie vor auch auf den Grundbuchämtern und in der Politik nötig, bestätigt Vögeli, der sich nach der massiven Reduktion der Anzahl Kreise fragt, ob der Bezug zu «Land und Leuten» nicht oft fehle. Eines stehe aufgrund politischer Entscheide und neuer Informatiklösungen fest: «Die Grundbuchführung hat sich radikal verändert.» Werner Fleischmann hat die gleiche Erfahrung in seinem Geschäft gemacht: Wo früher viel handschriftliche Arbeit und Postversände den Tagesablauf bestimmten, wird heute vieles auf dem elektronischen Weg erledigt, was auch sein Marketingteam bestätigt.

Veränderungen spürbar

Vögeli hat zur gleichen Zeit wie Fleischmann seine Ausbildung auf einem Notariat und Grundbuchamt absolviert: «Hier gab es die ersten Begegnungen. Seit seiner Geschäftsgründung vor 30 Jahren habe ich regelmässig Kontakt mit ihm und seiner Firma, sei es als Notar und Grundbuchverwalter oder heute als Gemeindepräsident.» Vögeli stellt fest, dass die gesellschaftlichen Veränderungen und vor allem die Mobilität auch im Immobilienmarkt ihre Spuren hinterlassen haben.

Verlässliche Firmen wichtig

Auf Gemeindestufe sei er für die strategische Ebene verantwortlich. Die Immobilienstrategie des Gemeinderats bewähre sich, und dabei sei es wichtig, auf verlässliche Firmen zählen zu können: «Ich danke Werner für sein Engagement als Arbeitgeber in Weinfelden und dem ganzen Team für den professionellen Einsatz im Immobiliengeschäft. Ich gratuliere zum Jubiläum und wünsche weiterhin viel Erfolg.»

Die besten Entscheide

Der Erfolg kam nicht von ungefähr: Für Werner Fleischmann und René Bock war die Immobilienkrise eine der spannendsten Phasen ihrer unternehmerischen Tätigkeit. In dieser Zeit haben sie viel gelernt, konnten sich gut einbringen und gestärkt daraus hervorgehen. «Aber für die Kunden war es nicht immer einfach», so Bock, der bald darauf wie Fleischmann selber zum Unternehmer wurde - allerdings im Treuhandwesen. Dabei ging er ebenfalls ein hohes Mass an Risikobereitschaft ein. Es habe sich gelohnt: «Mein bester beruflicher Entscheid war, mich selbständig zu machen.»

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